Freitag, 2. Oktober


Corinna Harfourch liest Wolfgang Hilbig

 „Monolog aus einigen Tagen meines Lebens“
musikalisch begleitet von Felix Kroll


In Ostberlin hat er lange gelebt: Wolfgang Hilbig, der große unbekannte Autor! Was wörtlich gemeint ist: Ein großer Autor. Ein erstaunlich unbekannter Autor. 

 

Wolfgang Hilbig, 1941 geboren, ist seit zehn Jahren tot. Ein Schriftsteller, der so gar kein Intellektueller war, trotz immenser Belesenheit, trotz der 18 Literaturpreise bis hin zum Büchnerpreis, trotz der inzwischen sechsbändigen Werkausgabe bei S. Fischer.

 

Heizer war er ursprünglich, weswegen er sich selbst nicht einmal als Arbeiter, bloß als Mit-Arbeiter, als Handlanger der Hersteller von Gütern, gesehen hat. Aus einer Familie stammend, für die das Sozialbürokratenwort „bildungsfern“ eine maßlose Untertreibung wäre, entwickelte er eine Beschreibungs- und Sprachgewalt von beispielloser Energie.

 

„Im Innern ruht der Wille / doch ein Ziel, das ist so weit / und das Ziel heißt: Freier leben / doch das ist keine Kleinigkeit.“ Wolfgang Hilbig gehört zweifellos zu den originellsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.


Corinna Harfouch liebt Hilbigs Texte und trägt sie mit jener Intensität und Präsenz vor, die sie zu einer der außergewöhnlichsten Schauspielerin unserer Zeit machen. Ihr ist es ein Anliegen seine Texte durch ihre Interpretation bekannt zu machen. Sie wird Gedichte und kürzere Prosatexte, musikalisch von Felix Kroll am Akkordeon begleitet, lesen.

Freitag, 2. Okt., 20 Uhr
Großer Saal Burg Storkow • Schloßstraße 6
VVK 17 € , AK 20 €